Der Rollentausch

Ein Beispiel:

In der Partnerschaft hat es Streit gegeben und ihr sprecht nicht mehr miteinander. Es ist „dicke Luft“.  

Diese Situation bringen wir auf die Bühne. Wer ist wichtig für das Geschehen? Der Partner! Ein Gruppenmitglied deiner Wahl übernimmt seine Rolle. Du bist der Regisseur und setzt alles in Szene.

Indem du selbst in die Rolle deines Partners schlüpfst (Rollentausch), kannst du dem, der die Rolle übernommen hat, zeigen wie er sie darzustellen hat.  Auch für deine Rolle wählst du ein Gruppenmitglied und gibst ihm die Vorlage. Nun kannst du dir ansehen, wie die beiden agieren. Dabei kommt bei dir vielleicht Trauer oder Wut hoch. 

Auch diese Gefühle holen wir auf die Bühne. Dafür suchst du dir entweder ein Symbol (z.B. ein rotes Kissen), oder diese Anteile von dir werden auch mit Personen aus der Gruppe besetzt. Indem du dich jeweils in in eines dieser Gefühle durch Rollentausch hinein begibst, erkennst du, was diese in dir bewirken.

Der Rollentausch, eine wichtige Methode des Psychodramas, eröffnet die Möglichkeit sich in die Erlebniswelt und Realität des Anderen hinein zu versetzen und sie zu verstehen. Damit ändert sich oft das innere Bild, das man sich von dem Gegenüber, sich selbst und der Beziehung konstruiert hat. Dies fördert das Problemlösungsvermögen. 

Wir bekommen auch eine größere Sensibilität und Wertschätzung für unsere Gefühle  und Bedürfnisse.  Damit entwickeln wir die Bereitschaft, eigene Unzulänglichkeiten und aggressive Impulse anzunehmen. Oft erkennen wir uns auch in dem anderen und können so auch seine Gefühle besser annehmen. Die Intensität der zwischenmenschlichen Beziehung erhöht sich. Gleichzeitig steigert sich die Fähigkeit, zu erkennen, was unser wahres Selbst ist. Wir erkennen unsere Belastungenn und Ängste, die dazu führen, unsere Gefühle zu verleugnen und unsere Individualität nicht zu zeigen.

Die sehr emotionale Erfahrung des Rollentausches verstärkt das Verständnis für die Bedeutung des eigenen Verhaltens und das des Gegenübers und was dahinter liegt. Die inneren Vorgänge und Gefühle werden durch diese Methode im Jetzt sichtbar und erlebbar.

Rein verbal orientierte therapeutische Verfahren ermöglichen dies in viel geringerem Maße.

Was gewinne ich dazu?

Durch die spielerische Form des Psychodramas auf einer Bühne finden die Beteiligten einen verstärkten Zugang zu ihrer Kreativität und Spontaneität.

Im psychodramatischen Spiel aktivieren wir unsere Ressourcen, unsere nicht genutzten Fähigkeiten und Energien. Diese sind zwar vorhanden, aber verdeckt und blockiert durch biographisch zurückliegende immer noch belastende Erfahrungen, die teilweise verdrängt sind. 

Das nicht Ausleben seines wahren Selbst kann zu Niedergeschlagenheit, zu körperlichen Beschwerden und auch zu Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen führen. Die alten belastenden Erfahrungen werden verbal und szenisch aktualisiert und die Gefühle dazu nochmal durchlebt. Durch diese Klärungsarbeit eröffnen sich neue Handlungsmöglichkeiten, die geübt, durchgespielt und überprüft werden. So kann man alte Belastungen loslassen.

Dadurch entsteht mehr Selbstsicherheit und ein klareres Auftreten. Auch körperliche Beschwerden verschwinden oft.   

Durch das Darstellen des wahren Selbst und der neuen Kompetenzen auf der Bühne sammeln wir andere  Erfahrungswerte für unser Leben. Diese helfen uns, starre Haltungen, unbewusste Lebensmuster und innere Widerstände zu  erkennen und loszulassen. Wir sehen die eigene Beteiligung am Geschehen besser, können freier über unser Handeln entscheiden und Verantwortung dafür übernehmen.

Ängste, die dabei entstehen, wenn wir unser Leben anders gestalten, sehen wir uns auf der Bühne an und fühlen was sie bewirken. Mit dieser Erfahrung können wir unser Leben ändern.

Man kann mit den Methoden des Psychodramas auch die Zusammenarbeit mit Kollegen, Vorgesetzten und Klienten veranschaulichen und klären. Bei Konflikten werden neue Handlungsstrategien entwickelt.

Auch Wünsche und Zukunftsphantasien können wir auf die Bühne holen und real erleben. Wir erkennen, was wirklich unser Lebenswunsch ist und was hinter unseren Wünschen steckt.

Authentizität mit Pferden

Pferdeauge Selbsterfahrung mit Pferden

Die Wahrheit der Seele spührt man auch beim Handeln mit dem Pferd. Die Pferde sehen in unsere Seele, wie wir wirklich sind. Pferde sind jederzeit mit der Natur und dem Leben verbunden. Sie erden uns und öffnen gleichzeitig tiefere Perspektiven des Seins. Pferde kommunizieren über feinste Körpersignale und innere Bilder. Wenn wir uns mit ihnen verbinden, entsteht eine Ebene des Fühlens und Angenommen-Seins. Pferde sind kraftvolle Begleiter auf dem Weg zu dir selbst.

Pferde als Herdentiere, stehen ständig in Resonanz miteinander. So können sie bei Gefahr schnell reagieren. Pferde haben ein feines Empfinden für den Raum den sie brauchen um sich wohl zu fühlen. Sie wünschen sich Nähe und Kontakt, um sich sicher zu fühlen und entspannen zu können.

Im Kontakt mit Menschen spüren Pferde sehr genau, ob wir mit unseren Gedanken ganz im Hier und Jetzt sind und bei ihnen. In der Freiarbeit gehen sie weg, wenn wir abgelenkt sind. Sie spüren, wenn wir wieder eine Verbindung zu uns haben und wenden sich uns wieder zu. So helfen sie uns im Jetzt Präsenz und Verbundenheit zu entwickeln. Stimmen inneres Fühlen und äußeres Handeln überein, sind wir authentisch. Wir leben unser wahres Selbst.

Pferde bewerten nicht und sind einfach nur da. Sie helfen dir, deine Gefühle zu spüren und anzunehmen. Was hält dich davon ab, dein inneres Wesen zu leben? Oft sind es Überzeugungen, die wir in der Kindheit erlernt haben und die uns jetzt daran hindern, wirklich frei zu agieren. Gefühle machen uns lebendig. Es kostet aber Mut, sie wahrzunehmen und zu zeigen. Wir sind es gewohnt unsere Gefühle zu unterdrücken und uns mehr auf den Verstand zu konzentrieren.

Besonders unangenehme Gefühle wollen wir nicht fühlen. Das führt aber zu einer Entfremdung von uns selbst. Das Unterdrücken von Gefühlen kostet uns viel Kraft. Jedes Gefühl hat eine Botschaft für uns. Sie wahrzunehmen gibt uns Energie.

 

Zu meiner Person

Bild mit PferdIch bin Sozialpädagogin mit Zusatzausbildung Sozialtherapeutin und Psychodramaleiterin. Meine Psychodramaausbildung habe ich beim das-Institut.com für Einzel- und Gruppentherapie in Essen gemacht.

Ich habe drei Kindern das Leben geschenkt und lebe mit Pferden, Hund und Katze auf dem Land. Ich fühle eine starke Verbindung zur Erde und zu der Natur. Dies ermöglicht mir, meine Stärken und Schwächen zu sehen und anzunehmen.

Das Heckenhaus (www.heckenhaus.de), ist mein Zuhause. Das Naturerbe Buchenwald des Müritz-Nationalparks beginnt vor meiner Haustür.

Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, mit meiner Begleitung und durch meine Pferde mehr über sich zu erfahren.

Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.                               

Wenn Sie mehr erfahren wollen, senden sie mir bitte eine E-mail an: bernadette@psychodrama-gruppe.de

Meine Lebensabsicht verwirklicht sich in der Arbeiten mit meinen Pferden und dem Psychodrama. Dies miteinander zu verknüpfen finde ich besonders reizvoll.

Am Psychodrama gefällt mir die kreative Lebendigkeit dieser Methode im darstellenden Spiel. Vieles, was in unseren Köpfen schon unbewusst vorhanden ist, wird uns bei der psychodramatischen Darstellung bewusst und dadurch erlebbar. Ich bin immer wieder überrascht, was wir intuitiv wissen. Ich vertraue daher immer mehr darauf.

Auch bei den Pferden geht es um spielerisches, authentisches Handeln und Intuition. Das Pferd reflektiert dabei den Menschen. Ich habe erlebt, daß auf der Seelenebene mit ihnen eine Kommunikation möglich ist. Authentisch sein heißt für mich, inneres Fühlen und  äußeres Handeln stimmen überein. Dies spüren die Pferde und haben dann Vertrauen. Durch die Reaktion des Pferdes auf uns ist Selbsterkenntnis möglich.

Wichtig ist mir bei der Arbeit das sensible und wertschätzende Sich-ein-lassen auf die Bedürfnisse und Gefühle des Menschen. Die dabei anvertrauten Informationen bleiben bei mir. Dies erwarte ich auch von den Gruppenmitgliedern. Auch bei der Arbeit mit Pferden ist mir Achtsamkeit sehr wichtig. Dies erfüllt mich immer wieder mit Glück und Dankbarkeit.

Impressum

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 55 Abs. 2 RStV:
Bernadette Makowka
Heckenhaus Steinmühle 1
17237 Carpin